
Juni 2008: Es ist vollbracht !
Seit 2005 war unser Stieglitz nicht mehr in der Luft, sondern stand in der Halle, nackt, ohne Bespannung, und wurde einer Grundüberholung unterzogen.
Nach ca. 2500 Arbeitsstunden ist die D-ENAY nun wieder "flügge".
Sehr penibel wurde der Doppeldecker unter Federführung unseres Mitgliedes Ulrich Thüer originalgetreu, eigentlicht sogar besser als neu, wieder aufgebaut.
Wert wurde hierbei besonders auf originale Bauteile, Arbeitsweisen und Materialien gelegt. Keine Kompromisse wurden bei der Flugsicherheit gemacht, und daher aufgrund von Brandschutzmaßnahmen z.B. modernere Bespannungsstoffe verwendet.
Auch das Instrumentenbrett wurde originalgetreu hergerichtet. Der Motor SH-14 wurde bereits kurz davor komplett überholt.
Als Lackierung wurde die in den 40er Jahren genutzte Ausführung der Flugzeugführerschule AB 71 in Proßnitz/Mähren aufgetragen.
Von vielen Seiten wurde der "Roll-Out" des Stieglitz erwartet. Auf vielen Veranstaltungen wird sich nun die Möglichkeit ergeben, einen persönlichen Eindruck von dieser außerordentlich gut gelungenen Restaurierung zu erhalten.
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Heinz Rühmann alias Otto Groschenbügel durfte sie erst nach dem erfolgreichen Abschluß seiner durchwachsenen Flieger-Ausbildung als „Quax, der Bruchpilot fliegen“. Später hat er dann seine Unterschrift auf unserer FW44J „D-ENAY“ hinterlassen. Jetzt wird sie bei uns bewegt. Das heißt, sie wird nach ihrer aktuell durchgeführten Grundüberholung der Zelle in Kürze wieder von uns bewegt werden, und dabei noch besser aussehen als bei ihrem Erstflug 1940.
Die Focke Wulf Stieglitz ist vom Konstrukteur Kurt Tank aus Bremen 1932 nach den Vorgaben des Kunstfliegers Gerd Achgelis gezeichnet worden. Gerd hat aufgelistet, welche Eckdaten ihm für einen kunstflugtauglichen Schul-Doppeldecker vorschwebten und Kurt machte sich an die Arbeit. Später hat Kurt Tank für seinen Arbeitgeber Focke-Wulf auch Geräte wie die legendäre FW190 konstruiert.
Die Stieglitz versteckt ihren Motor nicht schamvoll hinter einer Cowling (damals sagte man noch „Motorhaube“) sondern zeigt die 7 Zylinder ihres Siemens-Halske SH14-Sternmotors jedem Betrachter genauso stolz wie dem Piloten, der sich beim Steig- und Reiseflug an der Arbeit der Ventil-Kipphebel erfreuen kann.
Mit ihren vier Querrudern dreht die Stieglitz deutlich munterer als unsere eher gemütliche Tiger Moth DH82. Und das Schönste: Mit ihren Leistungsdaten läßt sie nicht nur die Motte, sondern sogar den damaligen US-Wettbewerber Boeing Stearman in fast allen Punkten ziemlich alt aussehen.
Baujahr: | 1940 |
Werknummer: | 663 |
Produktionsort: | CCV, Schweden (Lizenz Focke Wulf) |
Spannweite: | 9,0 m |
Länge: | 7,30 m |
Höhe: | 2,80 m |
Leergewicht: | 580 kg |
Zuladung: | ca. 320 kg |
max. Abfluggewicht: | 900 kg |
Flügelfläche: | 20,00 m² |
Sitzplätze: | 2 (Pilot + 1) |
Höchstgeschw.: | 350 km/h (Vne) |
Reisegeschw.: | 172 km/h |
Landegeschw: | 85 km/h |
Reichweite: | 550 km |
Flugdauer: | 3,25 h |
Motor: | Siemens-Halske Sh14a4 |
Leistung: | 160 PS |
Verbrauch: | ca. 40 Liter / Stunde |
Tankinhalt: | 135 Liter |
Schmierstoff: | 13 Liter |