
„Ausziehen... laufen... los“. So lernten Flugschüler vor 70 Jahren das Segelfliegen auf einsitzigen Schulgleitern. Nach dem Scheitern dieses für eine 1000-jährige Laufzeit vorgesehenen Ausbildungsmodells wurden Anfang der 50er Jahre neue Wege begangen: Doppelsitzer mußten her! Mit Doppelsitzern läßt sich nicht nur eine pädagogisch effektive Grundausbildung durchziehen, sondern auch prima im Team überlandfliegen.
Die Ka2 „Rhönschwalbe“ ist das erste Werk des legendären Segelflugzeug-Konstrukteurs Rudolf Kaiser für seinen langjährigen Arbeitgeber Alexander Schleicher in Poppenhausen an der Wasserkuppe. Nachdem er schon in seiner Coburger Jugendzeit Modellflugzeuge konstruiert hatte, wurde Rudolf Kaiser nach dem Krieg zunächst Bauingenieur. Er arbeitete dann wechselweise für Scheibe (Spatz, Zugvogel) und für Schleicher. Der Urenkel der Ka2, die ASK21 ist seit 25 Jahren das Standard-Schulflugzeug für den Segelflug.
Zurück zur Ka2: Genau wie die kompakte Ka1 ist auch die Ka2 komplett aus Holz gebaut. Hier zeigt sich die Ausrichtung auf die leistungsorientierte Fliegerei, denn der für die Schulung besser geeignete, weil robustere Stahlrohrrumpf läßt sich nicht so aerodynamisch rund und schmiegsam wie eine Sperrholz-Schale herstellen. Dem Ruf nach mehr Leistung kam Schleicher mit der Weiterentwicklung zur Ka2b entgegen: Die Spannweite wurde bei dieser Version von 15 auf 16 Meter verlängert. Dadurch stieg die Gleitzahl auf immerhin 27 und ermöglichte 1964 einen deutschen Streckenrekord von 425 km. Insgesamt wurden 42 Ka2 und 71 Ka2b gebaut. Auch heute fliegen noch einige Exemplare in Deutschland.
Und hier für alle Freunde des simulierten Vergnügens etwas zum Appetitanregen: Unter www.fsglider.de/ktyp/ka2bv5b.zip läßt sich eine Ka2b für den MS-Flugsimulator herunterladen.